Hornbach Baumarkt AG - Konzernabschluss zum 28.2.2009
Hornbach ist ein unabhängiges, börsennotiertes Familienunternehmen. Heute gehört das Unternehmen zu den fünf größten Baumarkt-Filialketten in Europa.
Die Gesellschaft hat im vergangenen Geschäftsjahr (1.3.2008 bis 28.2.2009) den Konzernumsatz einschließlich Neueröffnungen von netto 2,469 Mrd. € um 5,2 % auf 2,599 Mrd. € gesteigert. Wie bereits im Vorjahr wirkte sich die leicht verbesserte Handelsspanne positiv auf die Ertragsentwicklung aus. Der warenwirtschaftliche Rohertrag in Prozent vom Nettoumsatz stieg von 36,3 % auf 36,6 %. Diese erfreuliche Entwicklung war hauptsächlich auf verbesserte Einkaufskonditionen zurückzuführen, in die der Rückgang der weltweiten Rohstoffpreise seit Sommer 2008 eingeflossen war. Ferner profitierte Hornbach von der Zusammenarbeit im internationalen Einkauf mit dem strategischen Partner Kingfisher. Daneben hatten auch Veränderungen im Sortimentsmix, die zu einem höheren Umsatzanteil spannenstarker Sortimente führten, und Erfolge bei der Verringerung von Schwund und Bruch zur Erhöhung der Rohertragsmarge beigetragen. Das sonstige Ergebnis machte im Geschäftsjahr 2008/09 einen Sprung von 15,3 Mio. € auf 56,7 Mio. €. Der Hauptgrund für den kräftigen Anstieg waren nicht-operative Ergebnisverbesserungen im Segment Immobilien per Saldo von 43,1 Mio. €. Das nicht-operative Ergebnis erreichte 34,8 Mio. €. Darin waren im Wesentlichen Buchgewinne aus der Veräußerung dreier Baumarktimmobilien im Wege von Sale & Leaseback-Transaktionen sowie aus dem Verkauf zweier nicht betriebsnotwendiger Grundstücke in Höhe von 37,4 Mio. € enthalten. Dem standen außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen (2,2 Mio. €) sowie auf die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte (0,5 Mio. €) entgegen. Demgegenüber wurden im Jahr zuvor per Saldo Ertragsbelastungen in Höhe von 8,3 Mio. €, die überwiegend durch außerplanmäßige Abschreibungen auf Immobilien (3,6 Mio. €), Kosten für die Sanierung eines Baumarktstandortes (3,0 Mio. €), Abgangsverluste aus einem nicht weiter entwickelten Investitionsprojekt sowie höhere Baukosten für einen bereits eröffneten Markt und sonstige Belastungen aus der Immobilienentwicklung verursacht worden waren, verbucht. Die im sonstigen Ergebnis enthaltenen Erträge aus Werbekostenzuschüssen gingen im Berichtsjahr von 11,3 Mio. € auf 10,5 Mio. € zurück. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) stieg im Konzern um 36,4 % auf 193,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 5,7 % auf 7,4 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs um 72,7 % auf 136,5 Mio. €. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 3,2 % auf 5,3 %. Das Finanzergebnis verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr signifikant von -23,3 Mio. € auf -14,6 Mio. €. Das lag zum einen an den deutlich gestiegenen Zinserträgen (3,4 Mio. €) in Verbindung mit niedrigeren Zinsaufwendungen. Zum anderen hat sich das Währungsergebnis signifikant verbessert (4,2 Mio. €). Wegen der deutlich überproportionalen Verbesserung des Finanzergebnisses hat sich das Konzernergebnis vor Steuern im Vergleich zum Anstieg des EBIT noch stärker erhöht und kletterte um 118,7 % auf 121,9 Mio. €. Der Jahresüberschuss verdoppelte sich von 46,6 Mio. € auf 94,9 Mio. €.
2008/09 wurden im Konzern insgesamt 84,0 Mio. € (Vorjahr: 105,0 Mio. €) überwiegend in Grundstücke, Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung für bestehende sowie neue, im Bau befindliche Bau- und Gartenmärkte investiert. Die Mittel für die zahlungswirksamen Investitionen in Höhe von 81,7 Mio. € (Vorjahr: 105,0 Mio. €) konnten vollständig aus dem Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 123,6 Mio. € gewonnen werden. Im Rückgang der Investitionen spiegelt sich wider, dass im Vorjahr fünf Bau- und Gartenmärkte eröffnet wurden, im Geschäftsjahr 2008/2009 hingegen vier. Für neue Immobilien einschließlich im Bau befindlicher Objekte wurden rund 57 % der Investitionssumme ausgegeben. Rund 43 % der Investitionssumme wurden im Wesentlichen für Ersatz und Erweiterung der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie immaterielle Vermögenswerte (vorwiegend EDV/Software) aufgebracht. Die Sale & Leaseback-Transaktionen dienten, wie in der Vergangenheit, der Mittelfreisetzung zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Die Nutzungsrechte wurden langfristig gesichert. Weiterhin sind in der Regel Mietverlängerungs- und Kaufoptionen vereinbart. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich im Geschäftsjahr 2008/09 gegenüber dem Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund flächenbereinigter Umsatzzuwächse im In- und Ausland in Verbindung mit einer leicht gestiegenen Handelsspanne, von 67,2 Mio. € auf 123,6 Mio. €. Neben dem gegenüber dem Vorjahr um 48,3 Mio. € gestiegenen Jahresüberschuss war dies auch auf den gesunkenen Finanzierungsbedarf des Net Working Capital (Veränderungen der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Aktiva plus Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Passiva) zurückzuführen. Während im Vorjahr durch den Aufbau von Vorratsvermögen rund 33 Mio. € an flüssigen Mitteln benötigt wurden, konnte im Berichtsjahr der expansionsbedingte Anstieg des Vorratsvermögen teilweise durch die Ausweitung der kurzfristigen Verbindlichkeiten finanziert werden. Der Zahlungsmittelabfluss aus der Investitionstätigkeit verringerte sich von 61,9 Mio. € auf 15,9 Mio. €. Dabei standen den um 23,3 Mio. € auf 81,7 Mio. € gesunkenen Investitionen höhere Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens sowie aus zur Veräußerung vorgesehenen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 65,8 Mio. € (Vorjahr: 43,1 Mio. €) gegenüber. Im Vorjahr war nur ein Bau- und Gartenmarkt im Wege einer Sale & Leaseback-Transaktion veräußert worden, im Geschäftsjahr 2008/09 hingegen gab es drei Transaktionen. Außerdem erfolgte der Verkauf sonstiger nicht betriebsnotwendiger Grundstücke. Der Zahlungsmittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug 2008/09 aufgrund der planmäßigen Tilgung bestehender Finanzkredite 38,0 Mio. € nach einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 31,5 Mio. € im Vorjahr. Dabei stand der Tilgung von langfristigen Finanzschulden in Höhe von 33,6 Mio. € (Vorjahr: 21,6 Mio. €) keine Neuaufnahme von langfristigen Krediten gegenüber. Die Finanzschulden wurden von 456,4 Mio. € im Vorjahr auf 443,1 Mio. € abgebaut.
Die Konzernbilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 74,3 Mio. € oder 5,5 % auf 1,425 Mrd. €. Das bilanzielle Eigenkapital wurde im Konzern zum Ende des Geschäftsjahres bei 591,3 Mio. € (Vorjahr: 515,7 Mio. €) ausgewiesen. Die Eigenkapitalquote in Höhe von 41,5 % konnte damit erneut gegenüber dem Vorjahr (38,2 %) gesteigert werden. Das langfristige Vermögen betrug zum 28.2.2009 597,1 Mio. € (Vorjahr: 595,9 Mio. €) und damit rund 42 % (Vorjahr: 44 %) der Bilanzsumme. Die Sachanlagen und fremdvermietete Immobilien und Vorratsgrundstücke verringerten sich um 2,0 Mio. € (-0,4 %) von 546,4 Mio. € auf 544,4 Mio. €. Dabei standen den Anlagezugängen in Höhe von 81,9 Mio. € Abschreibungen in Höhe von 52,1 Mio. € sowie Anlageabgänge in Höhe von 0,7 Mio. € gegenüber. Außerdem wurden gemäß Anwendung des IFRS 5 Immobilien bzw. Immobiliengesellschaften, die zur Veräußerung bestimmt waren bzw. bereits zum Bilanzstichtag ohne gleichzeitigen Besitzübergang veräußert wurden, per Saldo in Höhe von 27,9 Mio. € als kurzfristiges Vermögen umgegliedert. Sie betrafen im Wesentlichen den geplanten Verkauf eines Bau- und Gartenmarktes außerhalb Deutschlands im Wege einer Sale & Leaseback-Transaktion. Diese Immobilie war im Vorjahr im Sachanlagevermögen enthalten. Die sonstigen langfristigen Forderungen stiegen im Wesentlichen durch die langfristige Stundung eines Teils des Kaufpreises aus einer im Geschäftsjahr realisierten Sale & Leaseback-Transaktion von 5,0 Mio. € auf 11,2 Mio. €. Das kurzfristige Vermögen stieg um 9,7 % von 755,0 Mio. € auf 828,1 Mio. € bzw. rund 58 % (Vorjahr: 56 %) der Bilanzsumme. Neben dem Anstieg der Vorräte war dies vor allem auf den Anstieg der flüssigen Mittel zurückzuführen. Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte (einschl. Forderungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) lagen bei 44,7 Mio. € (Vorjahr: 51,2 Mio. €). Die gemäß IFRS 5 zur Veräußerung vorgesehenen langfristigen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen reduzierten sich von 57,8 Mio. € um 6,8 Mio. € auf 51,0 Mio. €. Dabei standen im Wesentlichen der Umbuchung eines zur Veräußerung vorgesehenen Bau- und Gartenmarktes aus dem Anlagevermögen die Abgänge aus den Veräußerungen von drei Hornbach Bau- und Gartenmärkten im Wege von Sale & Leaseback-Transaktionen im laufenden Geschäftsjahr gegenüber. Gleichzeitig erhöhten sich die flüssigen Mittel von 167,1 Mio. € im Vorjahr auf 236,1 Mio. €. Die Verbindlichkeiten inklusive der Rückstellungen betrugen zum Bilanzstichtag 833,9 Mio. € gegenüber 835,2 Mio. € im Vorjahr. Die langfristigen Schulden sanken von 488,9 Mio. € auf 473,9 Mio. €. Die Verringerung der langfristigen Schulden um 15,0 Mio. € war im Wesentlichen auf die planmäßige Rückführung der langfristigen Finanzschulden zurückzuführen. In den langfristigen Schulden waren passive latente Steuern in Höhe von 43,4 Mio. € (Vorjahr: 42,4 Mio. €) enthalten. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich insgesamt von 346,3 Mio. € auf 360,0 Mio. €. Dabei stiegen die kurzfristigen Finanzschulden im Wesentlichen durch die kurzfristige Zwischenfinanzierung eines Grundstückerwerbes von 28,8 Mio. € um 6,6 Mio. € auf 35,4 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 238,6 Mio. € gegenüber 233,0 Mio. € im Vorjahr. Die sonstigen Rückstellungen und abgegrenzten Schulden erhöhten sich vor allem durch die Rückstellungsbildung für Erfolgsbeteiligungen von Mitarbeitern von 54,1 Mio. € auf 64,0 Mio. €. Die im Vorjahr gemäß IFRS 5 ausgewiesenen Schulden aus Veräußerungsgruppen in Höhe von 14,0 Mio. € wurden im Geschäftsjahr 2008/09 vollständig zurückgeführt. Die Nettoverschuldung im Konzern belief sich zum Bilanzstichtag auf 207,0 Mio. € gegenüber 289,2 Mio. € im Vorjahr.
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2006/07 |
2007/08 vH |
2008/09 |
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Eigenkapitalquote |
35 |
38 |
41 |
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Anlagendeckungsgrad 2 |
151 |
165 |
175 |
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Liquidität zweiten Grades |
91 |
78 |
95 |
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Eigenkapitalrendite |
13 |
9 |
16 |
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Umsatzrendite |
3 |
2 |
4 |
Dipl.-Vw. Christoph Schlienkamp, Bankhaus Lampe, Düsseldorf