EADS N.V.
Konzernabschluss zum 31.12.2009
EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von rund 43 Mrd. € und rund 118.000 Mitarbeitern.
2009 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 42,8 Mrd. € erzielt, im Vergleich zu 43,3 Mrd. € in 2008. Die Umsatzerlöse umfassen hauptsächlich Umsätze aus Lieferungen und Leistungen, Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen, die nach dem Fertigstellungsgrad bilanziert werden, Erlöse aus beauftragter Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie Erlöse aus Kundenfinanzierungen. Die Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen beinhalteten 2009 Umsatzerlöse aus Servicetätigkeiten, einschl. dem Verkauf von Ersatzteilen in Höhe von 5,1 Mrd. € im Vergleich zu 4,2 Mrd. € im Jahr 2008. 2009 wurden Vorräte in Höhe von 30,3 Mrd. € (2008: 30,3 Mrd. €) als Aufwand erfasst. Davon entfielen 1,2 Mrd. € (2008: 1,4 Mrd. €) auf Auftragskosten, die gemäß der Methode der Bilanzierung für frühe Auftragsphasen von Fertigungsaufträgen als Aufwand erfasst werden. Des Weiteren beinhalteten die Umsatzkosten Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen Reserven von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 56 Mio. € (2008: 52 Mio. €). Diese stammten aus der Gründung der EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss und der Gründung der MBDA.
Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank von 7,4 Mrd. € auf 4,4 Mrd. €. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf die höheren Aufwendungen für den A400M bei Airbus Military zurückzuführen. Darüber hinaus wurde das Bruttoergebnis vom Umsatz von Airbus Commercial im Jahr 2009 insbesondere durch Wechselkurseffekte und geringere Preise für ausgelieferte Flugzeuge beeinträchtigt, welches teilweise durch niedrigeren Aufwand für verlustbringende Verträge beim A380 kompensiert wurde. Gesteigerte Auslieferungen, Power8-Einsparungen und Verbesserungen in den Divisionen Verteidigung und Sicherheit und Astrium haben positiv zur Entwicklung des Bruttoergebnisses vom Umsatz beigetragen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich 2009 auf 2,8 Mrd. € (2008: 2,7 Mrd. €), wobei es sich überwiegend um F&E-Aktivitäten bei der Airbus Commercial handelte. Der größte Teil des Anstiegs ging auf höhere Aufwendungen in Airbus Commercial, Verteidigung und Sicherheit und Eurocopter zurück. Ursächlich waren die Entwicklung des A350-XWB-Programms, verschiedene Hubschrauber-Programme und Sicherheits- und Kommunikationslösungen, teilweise ausgeglichen durch einen Rückgang beim A380-Programm. Der Anteil am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen für das Jahr 2009 stammte überwiegend aus dem Ergebnis der Beteiligung an Dassault Aviation in Höhe von 120 Mio. € (2008: 169 Mio. €). Da für das zweite Halbjahr 2009 von Dassault Aviation zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2009 noch keine veröffentlichten Finanzinformationen verfügbar waren, wurde von EADS eine bestmögliche Schätzung des Nettogewinns von Dassault Aviation vorgenommen. Ferner enthielt die Equity-Beteiligung an Dassault Aviation eine Anpassung des Vorjahres nach IFRS sowie eine Anpassung aufgrund unterschiedlicher Behandlung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten bei Pensionen. Für das erste Halbjahr 2009 hatte Dassault Aviation einen Nettogewinn von 118 Mio. € veröffentlicht, der von EADS in ihrem Halbjahresabschluss 2009 anteilig mit 46,32 % in Höhe von 55 Mio. € erfasst wurde. Da auch für das zweite Halbjahr 2008 von Dassault Aviation im Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2008 noch keine Finanzinformationen verfügbar waren, wurde der Nettogewinn des zweiten Halbjahres 2007 von Dassault Aviation in Höhe von 92 Mio. € als Nettogewinn des zweiten Halbjahres 2008 verwendet. Für das erste Halbjahr 2008 hatte Dassault Aviation einen Nettogewinn von 167 Mio. € veröffentlicht, der von EADS in ihrem Halbjahresabschluss anteilig mit 46,3 % oder 77 Mio. € erfasst wurde. Das sonstige Beteiligungsergebnis stellte 2009 vorwiegend die Dividendenzahlungen der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH in Höhe von 14 Mio. € (2008: 12 Mio. €) dar.
Das Zinsergebnis 2009 setzte sich aus Zinserträgen von 356 Mio. € (2008: 617 Mio. €) und Zinsaufwendungen von -503 Mio. € (2008: -581 Mio. €) zusammen. In den Zinserträgen waren Erträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Wertpapieren und finanziellen Vermögenswerten, wie Darlehen und Finanzierungs-Leasing enthalten. Die Zinsaufwendungen beinhalteten Zinszahlungen für rückzahlbare Darlehen von europäischen Regierungen in Höhe von -235 Mio. € (2008: -255 Mio. €) und für Finanzierungsverbindlichkeiten. In Anwendung von IAS 23 (geändert) „Fremdkapitalkosten“ wurden 2009 Fremdkapitalkosten von 5 Mio. € aktiviert. Neben speziell aufgenommenen Mitteln, wurde ein allgemeiner Zinssatz von 3,25 % herangezogen, um den Betrag der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten zu ermitteln. Das übrige Finanzergebnis betrug 2009 -445 Mio. € (2008: -508 Mio. €) und enthielt u.a. Abwicklungsgebühren aus abgezinsten Rückstellungen in Höhe von -307 Mio. € (2008: -230 Mio. €) sowie die Neubewertung einiger monetärer Posten und Finanzinstrumente. In 2008 waren der negative Effekt aus der Neubewertung des Kontrahentenrisikos in Höhe von -49 Mio. € sowie negative Währungskurseffekte bei Airbus von -28 Mio. € enthalten.
Der Anstieg der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen von 1,646 Mrd. € war hauptsächlich auf Airbus Commercial-Programme, staatliche und industrielle Programme bei Eurocopter und höhere unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen bei Verteidigung und Sicherheit zurückzuführen. Die Zunahme der geleisteten Anzahlungen an Lieferanten resultierte in erster Linie aus den Aktivitäten im Trägerraketen-Geschäft von Astrium. Fertige Erzeugnisse und Ersatzteile vor Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis betrugen 2009 2,2 Mrd. € (2008: 2,2 Mrd. €) und unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen vor Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis 15,1 Mrd. € (2008: 13,7 Mrd. €). Wertberichtigungen auf fertige Erzeugnisse und Leistungen werden dann vorgenommen, wenn es wahrscheinlich ist, dass die erwarteten Gesamtkosten eines Auftrages die Gesamtumsätze des Auftrages übersteigen. 2009 wurden Abschreibungen auf Vorräte von 593 Mio. € in den Umsatzkosten erfasst, wogegen die Rücknahmen von Abschreibungen 19 Mio. € betrugen. Der Wertminderungsaufwand für unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen resultierte 2008 und 2009 im Wesentlichen aus dem A380-Programm.
Die Rückstellung für drohende Verluste aus Aufträgen bezog sich hauptsächlich auf Airbus Military in Verbindung mit dem A400M-Programm und das A350-Programm von Airbus Commercial. Die Zugänge zu den Rückstellungen für Nachlaufkosten bezogen sich hauptsächlich auf die Divisionen Verteidigung und Sicherheit und Eurocopter und resultierten im Wesentlichen aus Maßnahmen zur Erfüllung von Fertigungsaufträgen. Die Rückstellung für Flugzeugfinanzierungsrisiken deckte in Übereinstimmung mit den entsprechenden Konzern-Richtlinien die Netto-Risikoposition aus der Flugzeugfinanzierung von 295 Mio. € (am 31.12.2008: 301 Mio. €) und die Risiken aus Wertgarantien von 657 Mio. € (am 31.12.2008: 604 Mio. €) von Airbus, Eurocopter und ATR. Die Restrukturierungsrückstellungen resultierten im Wesentlichen aus der Gemeinkostenreduzierung durch das Power8-Programm von Airbus. Aus den übrigen sonstigen Rückstellungen wurden Teile der Rückstellungen für Ausgleichszahlungen in Zusammenhang mit dem A350-Programm in die Verbindlichkeiten umgegliedert.
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2007 |
2008
vH |
2009 |
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Eigenkapitalquote |
17 |
15 |
13 |
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Anlagendeckungsgrad 2 |
114 |
117 |
98 |
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Liquidität zweiten Grades |
60 |
53 |
47 |
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Eigenkapitalrendite |
-3 |
14 |
-7 |
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Umsatzrendite |
-1 |
4 |
-2 |
Dipl.-Vw. Christoph Schlienkamp, Bankhaus Lampe, Düsseldorf