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VBH Holding AG

Konzernabschluss zum 31.12.2009

Die VBH-Gruppe ist Europas größtes Handelshaus für Fenster- und Türbeschläge.

Angesichts der Weltwirtschaftskrise sank der Konzernumsatz 2009 von 863,3 Mio. € um 12,6 % auf 754,1 Mio. €. Aus organischer Sicht betrug der Umsatzrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr 14,7 %. Wechselkursveränderungen verringerten den Umsatz um ca. 45 Mio. €, so dass sich unter Eliminierung von Währungseffekten ein Umsatzminus von 7,4 % ergab. Dabei war die Entwicklung in den verschiedenen Segmenten unterschiedlich, wobei insbesondere die Märkte in West- und Osteuropa stark rückläufige Tendenzen aufwiesen, während sich das Deutschlandgeschäft als sehr stabil gezeigt hat und die sonstigen Märkte weiterhin stark gewachsen sind. Der Materialaufwand ging im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu umsatzproportional um 12,5 % auf 570,9 Mio. € zurück. Die Rohertragsmarge konnte somit trotz des ungünstigen Marktumfeldes weitestgehend stabil bei 24,3 % (Vorjahr: 24,4 %) gehalten werden. Die Personalaufwendungen in Höhe von 92,8 Mio. € (Vorjahr: 95,6 Mio. €) fielen zwar um 2,9 %, wurden allerdings durch die Erstkonsolidierungen negativ beeinflusst. Die Erweiterung des Konsolidierungskreises hatte die Personalkosten um 1,6 Mio. € erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 84,9 Mio. € um 5,3 % auf 80,4 Mio. €. Das EBITDA erreichte aufgrund fehlender Roherträge infolge des Umsatzrückganges in Höhe von 109,2 Mio. €, aufgrund der Einmaleffekte in Griechenland sowie aufgrund der unbefriedigenden Situation in Italien nur noch 23,8 Mio. € nach 45,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Abschreibungen bewegten sich mit 6,0 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: 5,9 Mio. €). Das EBIT verminderte sich von 39,6 Mio. € auf 17,8 Mio. €. Infolge der geringeren durchschnittlichen Netto-Verschuldung und niedrigerer Zinssätze verbesserten sich das Zins- und das Finanzergebnis um 0,8 Mio. € auf -7,3 Mio. €. Das EBT verminderte sich von 31,5 Mio. € auf 10,5 Mio. €. Der gesamte Steueraufwand reduzierte sich infolge der niedrigeren Ergebnisse um 8,3 Mio. € auf 3,2 Mio. €. Die Steuerquote lag mit 30,5 % unter dem Vorjahresniveau. Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter verringerte sich um 11,5 Mio. € auf 6,3 Mio. €.

Der Cash-flow des Konzerns entwickelte sich im Berichtsjahr trotz des starken Ergebnisrückgangs durch den starken Abbau des Working Capital und durch die Reduzierung der Investitionstätigkeit positiv. Der operative Cash-flow fiel 2009 nur marginal um 0,1 Mio. € auf 33,6 Mio. €. Der Cash-flow aus Investitionstätigkeit verringerte sich signifikant um 8,3 Mio. € auf -9,2 Mio. €. Der Free Cash-flow (die Summe aus Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus operativer Geschäfts- und Investitionstätigkeit) erhöhte sich im Geschäftsjahr um 8,2 Mio. € auf 24,4 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €). Der Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit stieg aufgrund der erhöhten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2008 und in Folge von Rückführungen von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr: Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 11,0 Mio. €) um 18,3 Mio. € auf -23,5 Mio. € an. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente waren zum Bilanzstichtag mit 14,3 Mio. € um 0,9 Mio. € höher als im Vorjahr.

Die Bilanzsumme des Konzerns sank trotz einiger Erstkonsolidierungen um 25,0 Mio. € auf 350,7 Mio. € (Vorjahr: 375,7 Mio. €). Dies war vor allem auf das zurückgegangene Geschäftsvolumen und der damit verbundenen Reduzierung des Working Capital zurückzuführen. Auf der Aktivseite stieg das Anlagevermögen um 2,6 Mio. € auf 99,2 Mio. €. Die Sachanlagen verringerten sich um 2,2 Mio. € auf 30,2 Mio. € und die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich um 1,7 Mio. € auf 50,8 Mio. €. Die Gründe hierfür waren Investitionen in Software und in den Erwerb der VBH Türkei. Die aktiven latenten Steuern stiegen um 2,9 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögenswerte fielen um 27,6 Mio. € auf 251,5 Mio. €. Von der Veränderung entfielen 14,7 Mio. € auf den Rückgang im Vorratsvermögen, 12,6 Mio. € auf die geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 2,4 Mio. € auf die Reduzierung der sonstigen Vermögenswerte. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten lag mit 14,3 Mio. € über dem Vorjahresniveau von 13,4 Mio. €. In der Struktur der Aktiva erhöhte sich der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens um 2,6 Prozentpunkte auf 28,3 % (Vorjahr: 25,7 %). Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital um 6,6 Mio. € auf 130,8 Mio. €. Positiv auf das Eigenkapital wirkte sich die Erhöhung des Stammkapitals und der Kapitalrücklage durch Einzahlungen in Höhe von 0,3 Mio. € aus der Ausgabe von Aktien aus dem Optionsprogramm aus. Belastend wirkten sich Erstkonsolidierungen und die Dividende für das Geschäftsjahr 2008 aus, die über dem Ergebnisbeitrag 2009 lag. Angesichts der deutlichen Reduzierung der Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote leicht von 36,6 % auf 37,3 %. Das langfristige Fremdkapital sank um 2,0 Mio. € auf 89,3 Mio. €. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten gingen um 2,1 Mio. € auf 67,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Das kurzfristige Fremdkapital reduzierte sich um 16,4 Mio. €. Dabei sanken die Finanzverbindlichkeiten um 0,9 Mio. € auf 50,1 Mio. €, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Konzern infolge der reduzierten Geschäftstätigkeit und des geringeren Umsatzes um 3,5 Mio. € auf 43,4 Mio. € sowie die sonstigen Verbindlichkeiten um 8,5 Mio. €. Die Reduzierung der sonstigen Verbindlichkeiten war im Wesentlichen auf den Rückgang der kurzfristigen Steuerverbindlichkeiten zurückzuführen. Das Working Capital (Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) verringerte sich nahezu umsatzproportional um 23,8 Mio. € bzw. 12,4 % auf 167,6 Mio. €. Das Verhältnis von Working Capital zu Umsatz ist trotz des stark gesunkenen Umsatzes mit 22,2 % auf gleichem Niveau geblieben.

Die Nettofinanzverschuldung (Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel /-äquivalente) konnte im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Mio. € auf 103,7 Mio. € reduziert werden. Das Gearing – berechnet als Quotient aus Nettofinanzverschuldung und Eigenkapital – erhöhte sich geringfügig von 78,3 % auf 79,3 %. Der dynamische Verschuldungsgrad (Quotient aus Nettoverschuldung und operativem Cash-flow) gibt als Indikator für die Innenfinanzierungskraft an, wie viele Jahre ein Unternehmen durchschnittlich benötigt, um seine Schulden zu tilgen, wenn es dazu den im Berichtsjahr erwirtschafteten Cash-flow in vollem Umfang einsetzt. Da sowohl die Nettofinanzverschuldung als auch der operative Cash-flow gesunken sind, war diese Kennzahl mit einem Durchschnittswert von 3,1 Jahren im Vergleich zu 2008 nahezu unverändert.

 

2007

2008

vH

2009

Eigenkapitalquote

30

37

37

Anlagendeckungsgrad 2

290

252

243

Liquidität zweiten Grades

122

110

111

Eigenkapitalrendite

25

13

5

Umsatzrendite

3

2

1

Dipl.-Vw. Christoph Schlienkamp, Bankhaus Lampe, Düsseldorf

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